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Mittwoch, 5. November 2008, 14:43

Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel

Hallo,
ich möchte mal nachfragen, ob jemand Erfahrung damit hat, ob ein Tinnitus so ausgeblendet werden kann, dass der Betroffene körperlich reagiert, ohne wahrzunehmen, dass es sich um Tinni handelt?
Mein Sohn 12 J., hat schon viele Jahre lang Tinni, er ist hochgradig hörgeschädigt. Zur Zeit scheint es wieder sehr schlimm zu sein (seit Monaten nicht schulfähig wg. Kopfschmerzen und weil er den Lärm nicht erträgt). Aber er spürt nicht den Tinni, sondern Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel und Stimmungsschwankungen. Einschlafen kann er natürlich sehr schlecht! Er denkt sehr negativ, was ich verstehen kann, aber wikrlich helfen kann ich ihm nicht. Er spricht nicht vom Tinni, aber es deutet alles daraufhin. Hat jemand ähnliches erlebt?

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Montag, 10. November 2008, 19:07

Hallo Kruemeline
Ich weiss was Dein Junge da durchmacht, Hyperakusis
heißt das Symptom. Bei mir ging das durch Stressabbau nahezu weg. Bekommt Dein Junge von irgendwo her Stress, vielleicht aus der Schule direkt?
Ich arbeite in einem Betrieb wo Lärm fast in allen Abteilungen vorhanden ist. Lärmschutz hab ich genutzt, habe dann allerdings nur noch den Tinnitus wahrgenommen....Zwickmühle ! Kopfschmerzen, Angstattacken, Deppressionen, alles nur durch Hyperakusis, und obwohl ich Hochtonschwerhörig bin,war ich besonders auf tiefe Töne allergisch.
Gruss
Reiner

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Dienstag, 11. November 2008, 15:03

Hallo Loewe,vielen Dank für diene Antwort. Stress hat er in der Schule auf jeden Fall, weil es dort sehr laut ist, obwohl es eine Hörgeschädigtenschule ist. Das mit der "Allergie" auf hohe Töne hat er auch. Dann hört er Sachen, die jemand mit einem Cochlearimplantat (Innenohrprothese für Gehörlose) gar nicht hören kann und die Fachleute sagen dann einfach es handelt sich um eine falsche Messung. das mit der Hyperakusis ist einleuchtend. Wie lange hat es gedauert bis du den Stress in den Griff bekommen hast?Beim Lennart ist das hören sowieso sehr anstrengend, ein Cochlaer Implantat filtert nicht den Störlärm wie ein Hörgerät, deshalb muss er sich immer sehr kozentrieren. Die Hyperakusis scheint immer dann aufzutreten, wenn das zweite CI aktiviert wird, wird natürlich jetzt nicht mehr gemacht, die Fachleute versicherten uns aber, dass nichts passieren könne..... Das erste Mal war er 6 Jahre und über 8 Monate krank geschrieben. Zu hause geht es ihm besser, aber die Schule fehlt ihm. Die Schlafstörungen sind schwierig, er hat sich schon ins Schlafzimmer einquartiert, damit er nicht allein ist. Konntest du schlafen ? Viele Grüße :))

4

Dienstag, 11. November 2008, 19:03

Hallo Kruemeline
Bei mir fing das im Januar dieses Jahres erst an, ich hatte den Tinnitus bereits 1 1/2 Jahre. Plötzlich wurde der Tinni unerträglich, hatte große Mühe mich auf irgendwas zu konzentrieren. Gleichzeitig fing die Hyperakusis an, kleinste Geräusche machten mich wild, komischerweise waren es eher die dumpfen Töne die so sehr störten. Ich konnte mich nicht unterhalten wenn neben mir auch ein Gespräch stattfand. Ich kapselte mich immer mehr ab. Geschlafen habe ich immer gut, nur war ich schon nach dem Aufstehen bereits wieder müde, und den ganzen Tag. Und wenn man im Arbeitsleben steht ist es schlimm, habe mein Pensum, (das ich mir selbst stelle) nie geschafft. War dann im August zur Therapie, und bereits nach 3 Wochen war Hyperakusis kein Thema mehr. Der Auslöser war eindeutig der Stress.
Gruss
Reiner

5

Donnerstag, 20. November 2008, 11:04

Hyperakusis / Tinnitus

Hallo Kruemeline,
wenn ein Kind bereits von Tinnitus und Hyperakusis betroffen ist erschreck ich immer wieder.
Das in einer Hörgeschädigten Schule Lärm stattfindet ist klar, sie können ja nicht anders damit umgehen und merken es häufig selbst nicht.

Zu dem Problem Stress/Tinnitus/Hyperakusis kann ich nur raten eine Rehamaßnahme zu beantragen.
Ich habe eine Klinik herausgefunden, die sämtliche Symptome behandelt und Mutter-Kind-Behandlungen anbietet.
Wenn es dich interessiert melde Dich.

Ich wünsche Euch alles Gute,
Tamara.
Manchmal zahlt man den höchsten Preis für Dinge,
die man umsonst erhält...


Albert Einstein

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Dienstag, 25. November 2008, 12:35

Hallo Tamara,lieb von Dir, dass du dich damit beschäftigt hast. Der Name der Klinik interessiert mich. Hoffentlich ist es nicht Werscherberg, da waren wir vor einigen Jahren schon mal und weil keine richtige Gruppe für Lenny da war, wurde er in die Stottergruppe gesteckt.Das waren nicht die besten Bedingungen, aber die Gespräche mit einer Therapeutin für Erwachsene Tinnitus Patienten haben ihm echt geholfen. Wir waren damals 6 Wochen da. Jetzt ist Lenny allerdings schon 12 und muss alleine fahren, soweit ich weiss. Das ist nicht unproblematisch, da er sich in der Pupertät befindet und nicht der einzige Hörgeschädigte in einer Gruppe sein möchte. Das kann ich nachvollziehen.  Er trägt ja ein Cochlear Implantat und muss sich voll konzentrieren um in einer Gruppe die Gespräche zu verstehen.Übrigens deutet mittlerweile alles daraufhin, dass es sich um ein Schmerzgedächtnis handelt. Die Uniklinik will natürlich nichts davon wissen und behauptet, dass ein Schmerzgedächtnis eigentlich nur von Folteropfern bekannt ist. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich mich jetzt kaputtlachen. Den Tinni scheint er gut im Griff zu haben, aber auf einer Frequenz reagiert beim Hörtest immer mit Schmerz. Da hat er Hörreste, was damals bei der Anpassung nicht berücksichtigt wurde, weil die Audiologin davon ausging, dass nichts mehr da ist.  Wir sind der Meinung , dass dieses Restgehör massiv überreizt wurde und deshalb der Tinni entstand. Das gleiche ist jetzt wieder passiert, da das 2. Implantat wieder ausprobiert wurde. Die Uni findet seine Schmerzreaktion nicht ungewöhnlich und behauptet, es sei kein Schmerz, sondern eine Empfindlichkeit. Mein Sohn beschreibt es mit : Finger in Schublade einklemmen, aber nicht so schlimm, dass es blutet. Aua! Die Ärzte haben das ignoriert. Wir werden jetzt mit Schmerzmitteln arbeiten, damit das Schmerzgedächtnis sich beruhigt und mit Neurofeedback, damit es sozusagen gelöscht wird. Leider ist die Sache mit dem Schmerzgedächtnis Neuland für uns. Ein Kind sollte so etwas nicht durchmachen müssen, es ist wirklich frustrierend.Die Uni hat sich wahrscheinlich deshalb so verhalten, weil gegen die damals ausführende andere Uni ein Gutachten von der Krankenkasse erstellt wird. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus......

weidenrose48

unregistriert

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Mittwoch, 12. Mai 2010, 09:45

Hallo, kruemeline,
Ich habe gerade hier gelesen, welche Schwierigkeiten ihr hattet....wie geht es jetzt? Ich hoffe, dass Ihr Hilfe erhalten habt und alles besser geworden ist !
Liebe Grüsse
Weidenrose

8

Dienstag, 14. November 2017, 11:54

Kopfschmerzen

Es gibt vielleicht eine andere Erklärung dafür:

Zitat von »Rhythm and Blues«
"Bereits kleine Dosen von Histamin führen zu einer Dilatation der Gehirngefäße. Die nach Histaminanwendung zu beobachtenden Kopfschmerzen können auf die Gehirngefäßdilatation in Zusammenhang mit gleichzeitiger Blutdruckabsenkung zurückgeführt werden." https://books.google.nl/books?id=DaDhoG3…hythmus&f=false (s.a. unten 3. Bild)
Dementsprechend müßte dann der Tinnitus mit Kopfschmerzen einhergehen, würde die Histaminproduktion weitergehen.

https://www.tinnitus-forum.de/index.php?…29862#post29862